Zweigeteilter November 2005

Wetterbericht November 2005 für den Gäuboten, von W. Roos

Der November war ein außergewöhnlicher Wettermonat: Verlief die erste Hälfte noch warm wie im Frühherbst mit Temperaturen über 20 Grad und viel Sonnenschein, so hielt darauf unvermittelt der Winter Einzug im Gäu. Insgesamt lagen die Temperaturen am Ende leicht im Minus.

Die Wetterstation am Herrenberger Andreae-Gymnasium registrierte zum Monatsauftakt nach leichteren Niederschlägen für die Jahreszeit ungewöhnlich hohe Temperaturen und für einen November auch sehr viel Sonnenschein. Milde Südwestwinde trieben die Temperaturen im Gäu nochmals auf frühherbstliche Werte: 20,1°C waren es am 3ten, die höchste, in Herrenberg bislang gemessene Novembertemperatur. Das hohe Temperaturniveau blieb noch bis zum 13. erhalten, obwohl sich besonders in der zweiten Monatswoche im Ammertal zähe Strahlungsnebel hielten. Alles andere als novembertypisch verlief die Witterung bis zur Monatsmitte auf den Höhen: Hier ging der „Goldene Oktober“ aufgrund der herbstlichen Inversionswetterlagen bei Mittagstemperaturen um die 15 Grad und ohne Nachtfröste sogar in die Verlängerung. An der Kühlenbergwetterstation war es bei Halbzeit mit 8 Grad Plus im Mittel gleich um 3 Grad für die Jahreszeit zu warm.

Ab Monatsmitte sorgten polare Luftmassen für einen frühen Wintereinbruch mit leichten Schneefällen und kontinuierlich zurückgehenden Temperaturen bis zum Schluss. Neben der ersten Schneedecke am 25 ten mit 7 cm Schneehöhe verzeichnete Herrenberg schon 16 Frosttage, für einen November im Gäu ungewöhnlich viel. Auf den Höhen herrschte vom 22 ten bis 28 ten sogar Dauerfrost bei einer maximalen Schneehöhe von 10 cm. Insgesamt stellten sich im November in den höheren Gebieten von Mötzingen bis Deckenpfronn bereits 8 „Schneedeckentage“ ein. Kältester Novembertag mit einem Temperaturminimum von Minus 8,0°C war in Herrenberg ebenfalls der 25te, unmittelbar über der Schneedecke fiel das Quecksilber an der AGH- Messstation sogar auf unter Minus 11 Grad.

Verglichen mit den langjährigen Novemberwerten war der Monat mit 3,6°C in Herrenberg und noch 3,2°C am Kühlenberg trotz des warmen Beginns um 0,4 Grad zu kalt. Beim Sonnenschein glänzte der November mit hervorragenden 98 Stunden, rund 140 % des Klimamittels. Mit nur 50% des Solls war die Bilanz beim Niederschlag einmal mehr negativ: Nennenswerte Mengen gab es nur in der ersten Novemberwoche. Auf sie entfielen über die Hälfte der gesamten Monatssumme von 26 bis 29mm. Somit ist der November bereits der dritte Monat in Folge mit Regenmengen weit unter dem Üblichen.

Siehe auch:

Datentabelle Herrenberg/Kühlenberg  , HerrenbergdiagrammeKühlenbergdiagramme

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